Förderprojekte weiterlesen
Klinikclowns: Lachen ist die beste Medizin
Jeden Mittwoch gehen Lisette und Schlatge auf Visite in die Kinderklinik des Universitätsklinikums Essen. In ihren Arztköfferchen sind keine Medikamente, keine Spritzen und keine Stethoskope. Und doch helfen die beiden Klinikclowns den kleinen Patienten besser als so manche Therapie.
Ein Krankenhaus ist nicht unbedingt als Ort bekannt, an dem es viel zu lachen gibt. Besonders Kinder leiden darunter, aus ihrer gewohnten Umgebung herausgerissen und von Familie und Freunden getrennt zu sein. Geschwächt von einer schweren Krankheit und isoliert von der Außenwelt fällt es den kleinen Patienten schwer, ihren Lebensmut nicht zu verlieren und positive Erfahrungen zu machen.
Die Klinikclowns bringen Farbe in den Klinikalltag
Pascal muss zum Beispiel jedes Jahr zur Nachuntersuchung: Als er zehn Monate alt war, wurde dem Jungen eine Leber transplantiert. „Unser Arzt hat uns zur Uniklinik nach Essen geschickt, weil es hier die beste Behandlung für ihn gibt“, sagt seine Mutter. Dafür reisen sie extra aus Kempten im Allgäu an. Die Kontrolle ist wichtig, denn der Zehnjährige ist immer noch häufig krank, hat Asthma und Allergien. Herausgerissen aus seinem Alltag wird das Warten auf die einzelnen Untersuchungen manchmal lang. Das Zimmer ist vergleichsweise eng und sein Bettnachbar spricht nicht viel. Da kommen Lisette und Schlatge gerade recht. Die beiden Klinikclowns stürmen den Raum mit guter Laune, einem Liedchen und frechen Sprüchen. Sie bringen Farbe und Leichtigkeit in den weißen, reglementierten Kliniktag und vertreiben – mal laut und mal leise – Heimweh, schlechte Nachrichten und Sorgen.
Die gute Vorbereitung der Clownsvisiten ist wichtig
Lisette, mit richtigem Namen Elisabeth Bohren-Harjes und gebürtige Schweizerin, klettert zu Pascal aufs Bett und macht erst einmal Gymnastik. Wie schmeckt wohl der eigene Zeh? Als hätte er nur darauf gewartet, probiert Pascal es auch gleich mal und freut sich wie ein Schneekönig. Wenn er auch nicht so gut Fußballspielen kann, mit dem Turnen klappt’s gut. Schlatge alias Schauspieler und Sozialpädagoge Holger Voss ist „Bubbles“-Experte. Er macht nicht nur die schönsten Seifenblasen, sondern weiß auch genau, wann sein Gegenüber Nähe oder etwas mehr Abstand braucht. Denn gute Vorbereitung ist alles – vor ihren Besuchen erhalten die beiden von den Krankenschwestern detaillierte Infos darüber, wie es den Kindern auf der Station gerade geht. Manche sind schon seit Wochen hier, manche kommen immer wieder. Da gibt es die Genervten, die Stillen, die Ängstlichen oder die Obercoolen – aber allen zaubern die erfahrenen Klinikclowns ein Lächeln ins Gesicht. Für den Moment gibt es keine Krankheit und keinen Kummer.
Dr. Eckart von Hirschhausen weiß um die Bedeutung der Klinikclowns
Studien belegen die positiven Effekte von Lachen auf den menschlichen Körper. Seit mehr als zehn Jahren kommen deshalb Klinikclowns in die Essener Kinderklinik. Die Clownsvisiten werden ausschließlich durch Spenden finanziert, denn in Deutschland gibt es die Klinikclowns nicht auf Rezept. Wie bedeutend die Arbeit der Klinikclowns ist, weiß auch Dr. Eckart von Hirschhausen, Arzt, Kabarettist und Bestsellerautor, der sich zusammen mit der Stiftung Universitätsmedizin für Klinikclowns auf Rezept einsetzt: „Die Kunst des Klinikclowns ist eine leise und hat nichts mit einem lauten Zirkusclown zu tun. Der Clown klopft als erstes an und fragt: „Darf ich hereinkommen?“ Das Kind darf „Nein“ sagen. Das ist das erste Heilsame, denn alle anderen, die ins Zimmer kommen, darf das Kind nicht herausschicken. Nach den Qualitätsstandards des Dachverbandes für Clowns im Krankenhaus gehen die Clowns grundsätzlich zu zweit. Im Duo fällt das Wechselspiel einfacher, und auch die schwierigen psychologischen Momente sind zu zweit besser aufzufangen. Gute Clowns bekommen eine Übergabe von der Station, kontinuierliche Weiterbildung und Supervision und sind auch nicht Vollzeit in der Klinik. Sie müssen Meister der Improvisation sein, spüren können, was das Kind gerade braucht, spontan reagieren und sich selber nicht in den Mittelpunkt stellen, sondern das Kind aktivieren. Viel funktioniert auch über Musik und Gesang. Es ist alles andere als leicht, Leichtigkeit zu verbreiten.“
Klinikclowns gibt es in Deutschland nicht auf Rezept
Helfen Sie mit!

JETZT SPENDEN unter dem Stichwort: "Klinikclowns"
weiterlesenFörderprojekte Übersicht
SPENDEN
Spendenkonto
IBAN: DE 0937 0205 0005 0005 0005
BIC: BFSWDE33
Bank für Sozialwirtschaft
Konto:   5000 5000 5
BLZ: 370 205 00



Ihre Daten werden ausschließlich zur Kontakt- aufnahme verwendet und nicht an Dritte wei- tergegeben. Weitere Infos zum Datenschutz
Stiftungsmaterialien
Informieren Sie sich auch über unser Magazin, welches wir als PDF zum Download anbieten.
Sie möchten die Printausgaben der Stiftungs-
materialien bestellen oder den Newsletter
Stiftung Aktiv zukünftig bei Erscheinen erhalten?
Mailen Sie uns Ihre Wünsche, wir schicken Ihnen die Materialien.