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Rückblick Forschungspreis Kinderheilkunde

Ziel des deutschlandweit ausgeschriebenen ‚Hermann-Seippel-Preis – Deutscher Forschungspreis für Kinderheilkunde‘ ist es, Krankheiten von Kindern und Jugendlichen nachhaltig zu bekämpfen, die Lebensbedingungen kleiner Patienten zu verbessern und bessere Forschungsbedingungen in der Kinderheilkunde zu schaffen.

Gemeinsam Gesundheit fördern – Unter diesem Leitgedanken realisiert die Stiftung Universitätsmedizin wichtige Förderprojekte und wegweisende Ideen auf dem Gebiet der Universitätsmedizin, um innovative Forschung und Lehre sowie eine über die reine medizinische Grundversorgung hinausgehende Krankenversorgung sicherzustellen.

  • Insgesamt 1 Mio. Euro für die Forschung  und Weiterentwicklung im Bereich Kinderheilkunde
  • Bereitstellung von je 200.000 Euro im zweijährigen Zyklus bis 2026
  • Schirmherrschaft: Arzt und Kabarettist Dr. Eckart von Hirschhausen

Der Preis richtet sich an Forscherinnen und Forscher etablierter Forschungseinrichtungen und medizinischer Fakultäten in Deutschland.

Forschungspreis für Kinderheilkunde 2019

Ungefähr jedes zehnte Kind wird zu früh geboren – damit stellen Frühgeborene die größte Patientengruppe der Kinderheilkunde dar. Die noch nicht ausreichend entwickelten Körper verlassen den Mutterleib früher als geplant und werden dadurch einer verhältnismäßig hohen Sauerstoffkonzentration ausgesetzt. Das kann die Organentwicklung beeinträchtigen und zu chronischen Folgeerkrankungen führen, die bisher nicht medizinisch therapierbar sind. Die häufigsten Spätfolgen sind Lungenerkrankungen und neurologische Entwicklungsstörungen. Der Hermann-Seippel-Preis – Deutscher Forschungspreis für Kinderheilkunde wird deshalb in die-sem Jahr an ein Forschungsprojekt zur Prävention bei Frühgeborenen verliehen.

Schirmherr Dr. Eckart von Hirschhausen zeigt sich begeistert: „Ich gratuliere den Preisträgern des Universitätsklinikums Dresden und des Universitätsklinikums Es-sen. Das Projekt setzt bei den Kleinsten an: Die Erforschung einer frühzeitigen Intervention, um Erkrankungen in Lunge und Gehirn gar nicht erst entstehen zu lassen, macht Hoffnung und könnte zukünftig allen Frühgeborenen und ihren Familien zugutekommen.“ Die Bewerber konnten vom 18.12.2018 bis zum 31.03.2019 innovative Projekte mit dem Schwerpunkt Prävention in der Pädiatrie einreichen. Eine Jury aus Medienvertretern und Experten wählte in einem zweistufigen Verfahren im Anschluss das Siegerprojekt.

Mit Stammzellen Gehirn und Lunge unterstützen

Das Forscherteam um Herrn Prof. Dr. Ivo Bendix von der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen und Herrn Prof. Dr. Mario Rüdiger von der Medizinischen Fakultät Carl Gustav Carus der TU Dresden konzentriert sich auf bestimmte Stammzellen, sogenannte „Mesenchymal Stromal Cells“. Da die körpereigenen Zellen der Frühgeborenen durch die erhöhte Sauerstoffkonzentration außerhalb des Mutterleibs geschädigt werden, könnte die Zuführung solcher Stammzellen von außen eine positive Auswirkung auf die Vorbeugung von Lungen- und neurologischen Erkrankungen haben. „Deshalb haben wir an der TU Dresden ein patentiertes Verfahren entwickelt, um diese Zellen aus der Nabelschnur von gesunden Neu-geborenen zu gewinnen. Dies hat den großen Vorteil, dass wir Zellen in hoher Anzahl und sehr guter Qualität zur Verfügung haben und später auch als Medikament anwenden können“, erläutert Prof. Dr. Mario Rüdiger, Leiter der Neonatologie und Pädiatrischen Intensivmedizin am Universitätsklinikum Carl Gustav Carus. Konkret soll nun im Versuch an neugeborenen Ratten überprüft und verglichen werden, wie sich die Zuführung der Stammzellen (MSC) von Neugeborenen auf die Entwicklung von Erkrankungen auswirkt. „Die langfristigen Effekte werden im Anschluss durch komplexe Verhaltenstests zur Untersuchung der neurologischen Funktionen überprüft. Außerdem sollen Gehirn und Lunge mittels hochmodernem 3D-Whole-Organ-Imaging und ultrahochauflösender Elektronenmikroskopie untersucht wer-den“, beschreibt Prof. Dr. Ivo Bendix, Leiter des Forschungslabors der Klinik für Kinderheilkunde I am Universitätsklinikum Essen.

Forschungspreis für Kinderheilkunde 2016

Ein Forschungsprojekt zur besseren Diagnose, Behandlung und Nachsorge von Hirntumoren bei Kindern erhielt 2016 den ersten „Hermann-Seippel-Preis – Deutscher Forschungspreis für Kinderheilkunde“ der Stiftung Universitätsmedizin Essen. Das Projekt, das Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie der Universität Duisburg-Essen umsetzen, wurde mit 200.000 Euro gefördert.

Die Preisträgerinnen und Preisträger

Hirntumore sind mit rund 500 Neuerkrankungen im Jahr in Deutschland die zweithäufigste Krebserkrankung im Kindesalter. Ihre Diagnose, die Therapie-Kontrolle und die Nachsorge sind bisher nur über bildgebende Verfahren wie die Magnetresonanz-Tomografie (MRT) möglich. Diese bringen in diesem Zusammenhang nicht immer eindeutige Ergebnisse, sind aber bislang ohne Alternative. Denn für die meisten soliden Tumore bei Kindern und insbesondere den kindlichen Hirntumoren gibt es keine Marker, die eindeutig aufzeigen, ob eine Therapie wirkt und der Tumor am Ende völlig verschwunden ist.

Einen solchen Marker zu finden, haben sich Dr. Basant Kumar Thakur und Dr. Stephan Tippelt von der Kinderhämatologie und -onkologie der Kinderklinik III Essen am Universitätsklinikum Essen und Dr. Kornelius Kerl vom Universitätsklinikum Münster vorgenommen. Die Wissenschaftler konzentrieren sich dabei auf Exosome, die von den jeweiligen Tumorzellen abstammen und in denen sich erkrankungsspezifische Eiweiße, Fette und genomische Signaturen der jeweiligen Ursprungszelle nachweisen lassen. 

Credits: © Lisa-Marie Reingruber

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