Stichwort Sonne: Gut geschützt durch den Sommer

Prof. Dr. Lisa Zimmer ist leitende Oberärztin im Hauttumorzentrum und der Studienambulanz der Klinik für Dermatologie der Universitätsmedizin Essen.

Richtiger Sonnenschutz, gute Vorsorge und ein Blick in die aktuelle Hautkrebsforschung

Sommerzeit – Ferienzeit: In den nächsten Wochen geht es für viele Deutsche in den wohlverdienten Urlaub, häufig in den Süden. Ohne die Vorfreude schmälern zu wollen, sollten Urlauber dabei das Thema Sonnenschutz im Blick behalten. Dermatologin Prof. Dr. Lisa Zimmer, leitende Oberärztin im Hauttumorzentrum und der Studienambulanz der Klinik für Dermatologie der Universitätsmedizin Essen, gibt Tipps, worauf man achten sollte und wann der Gang zum Facharzt sinnvoll ist. Außerdem gibt sie einen Einblick, wie sich Diagnostik und Therapie von Hautkrebs durch kontinuierliche Forschung immer weiter verbessert. Die dazu notwendige Forschung kann jeder durch Spenden an die Stiftung Universitätsmedizin unterstützen.

Gutes Wetter lockt nach draußen. Das gilt für zu Hause und mehr noch für den Urlaub: Strand, Outdoor-Aktivitäten, Sonnenbad gehören für viele Urlauberinnen und Urlauber einfach dazu. Das unbeschwerte Genießen des Sommers birgt allerdings ein oft unterschätztes Risiko: UV-Strahlung. „Der häufigste Fehler ist, zur Mittagszeit in die Sonne zu gehen – genau dann, wenn die UV-Belastung am höchsten ist“, warnt Prof. Dr. Lisa Zimmer. „Besser ist es, Aktivitäten in die frühen Morgenstunden oder den späten Nachmittag zu verlegen.“ Eincremen, UV-Schutzkleidung und Sonnenhut sollten generell stetige Begleiter sein. Der UV- Index, der in vielen Wetter-Apps zu finden ist, bietet eine Orientierungshilfe, welche Sonnenschutzmaßnahmen ergriffen werden sollten. Er gibt Auskunft, wie intensiv die UV-Strahlung ist. Je höher der UV-Index ist, desto schneller kann bei ungeschützter Haut ein Sonnenbrand auftreten. Prof. Zimmer: „Für das Eincremen gilt: Die Sonnencreme muss in ausreichender Menge aufgetragen werden. Die meisten Menschen sind dabei zu sparsam.“ Und auch beim Thema Nachcremen dominiert nach wie vor ein Irrtum. „Nach dem Schwimmen oder wenn man viel schwitzt ist nachcremen zwar wichtig, es verlängert allerdings nicht die Zeit, die man in der Sonne bleiben kann“, so Prof. Zimmer. Der Lichtschutzfaktor verlängert lediglich die Eigenschutzzeit der Haut – bei Faktor 50 beispielsweise um das 50-Fache. Das bleibt aber auch mit einer zweiten Schicht Sonnencreme so. Wie lang die Eigenschutzzeit ist, hängt vom individuellen Hauttyp ab. Prof. Zimmer: „Das Bewusstsein für Sonnenschutz ist in den vergangenen Jahren zwar deutlich gestiegen, dennoch gibt es in der Prävention noch einiges zu tun.“ Von den australischen Errungenschaften wie kostenfreien öffentlichen Sonnencreme-Spendern und dem obligatorischen Nutzen von Sonnenhut und Schutzkleidung sei Deutschland noch weit entfernt.

Regelmäßige Hautchecks: Die eigene Haut im Blick behalten

So gut man sich auch schützt: Die Sonne ist immer eine Belastung der Haut. Rund 80 Prozent der Sonnenbelastung der Haut erfolgt übrigens im Kindes- und Jugendalter. Präventive Maßnahmen in den Kindergärten und Schulen, wie zum Beispiel das Tragen von Sonnenhüten bei Aufenthalt im Freien und überdachte Spielplätze, sind daher besonders wichtig. Sonnenbrände oder Rötungen aus der Vergangenheit können sich nach Jahren und Jahrzehnten im schlimmsten Fall zu weißem oder zum gefürchteten schwarzen Hautkrebs – dem Melanom – entwickeln. „Wer Veränderungen an Muttermalen feststellt – etwa asymmetrische Formen, unregelmäßige Begrenzungen, Farbveränderungen, Erhabenheit oder Blutungen, sollte das auf jeden Fall beim Hautarzt überprüfen lassen“, so Prof. Zimmer. „Auch kleine rötliche Knoten können ein Hinweis auf Hautkrebs sein.“

Vor allem für Menschen mit hellem Hauttyp, vielen Muttermalen, familiärer Vorbelastung oder vielen Sonnenbränden in der eigenen Lebensgeschichte ist es wichtig, die eigene Haut im Blick zu halten und schon bei kleinen Veränderungen durch einen Hautarzt überprüfen zu lassen. Prof. Zimmer: „Je früher wir Hautkrebs erkennen, desto besser sind die Heilungschancen.“ So lassen sich über 90 Prozent aller Fälle des schwarzen Hautkrebses durch chirurgisches Entfernen vollständig heilen. Voraussetzung: Das Melanom wird frühzeitig entdeckt.

Große Fortschritte in Hautkrebsdiagnostik und -therapie

Sowohl Hautkrebsdiagnostik und -therapie haben sich in den vergangenen Jahren deutlich verbessert. Moderne Technologien wie KI-gestützte Bildanalyse bieten weitere große Potenziale für die Bewertung auffälliger Hautveränderungen. „Gerade bei Menschen mit vielen Muttermalen sind Ganzkörperbilder hilfreich, um Muttermale zu dokumentieren und mit Unterstützung von KI Veränderungen oder neue Male zu erkennen“, erklärt Prof. Zimmer.

Noch bedeutender aber sind die Fortschritte in der Therapie. „Insbesondere bei aggressiven Formen wie dem Melanom stehen uns heute Immuntherapien und zielgerichtete Medikamente zur Verfügung, die die Prognosen der Patienten deutlich verbessern“, so die Expertin. Bei fortgeschrittenen Erkrankungen werden in klinischen Studien neue Wirkstoffe wie bispezifische Antikörper (BiTEs) oder personalisierte Zelltherapien getestet. „Diese greifen Tumorzellen gezielt an oder aktivieren das Immunsystem so, dass es effektiver gegen den Krebs vorgeht“, erläutert Prof. Zimmer. Auch mRNA- Impfstrategien und die Erforschung des Mikrobioms – der Gesamtheit der Mikroorganismen im Körper– eröffnen neue Wege in der personalisierten Medizin.

Forschung braucht Förderung

Damit diese Fortschritte weitergehen, ist Forschung essenziell. Sie benötigt wiederum die ausreichende finanzielle Ausstattung. Hautkrebsforschung zählt daher zu den Förderprojekten der Stiftung Universitätsmedizin. Jeder Beitrag hilft, Diagnostik und Therapie weiter zu verbessern – für eine Zukunft, in der Hautkrebs früh erkannt und noch besser behandelt werden kann. Spendenkonto: IBAN DE 0937 0205 0005 0005 0005, Stichwort „Hautkrebsforschung“

Vielen Dank!

Wir haben Ihre Anmeldung entgegengenommen, und werden uns schnellstmöglich bei Ihnen melden.

Vielen Dank!

Wir haben Ihre Bestellung entgegengenommen und werden uns schnellstmöglich bei Ihnen melden.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung!

Sie wurden erfolgreich für unseren Newsletter registriert. Mit Ihrem Interesse unterstützen Sie die Arbeit unserer Stiftung.

Anmeldung zum Newsletter

Erfahren Sie von aktuellen Förderprojekten und melden Sie sich jetzt für unseren Newsletter an.