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Praktische Ausbildung: Simulations-Patienten-Programm

Eröffnung des Lehr- und Lernzentrums am Universitätsklinikum Essen, 30.04.14

„‚Ich nicht verstehen“, sagt die junge Mutter immer wieder. ‚Ich nicht sprechen Deutsch.‘ Anna Lücke lässt sich nicht aus der Ruhe bringen. Sie steht auf der Kinderstation und untersucht, wie sich die kleine Ayse entwickelt hat. Der Raum ist liebevoll eingerichtet: an der Wand gepunktete Elefanten, auf dem Behandlungstisch Stofftiere zum Kuscheln. Und doch ist es klinisch rein. Ein deutlicher Geruch von Desinfektionsmitteln hängt in der Luft. Anna Lücke checkt Ayses Gelenke und misst den Kopfumfang des erst vier Wochen alten Säuglings. Dabei erklärt sie geduldig jeden Behandlungsschritt, notfalls auch mit Händen und Füßen: ,Der Kopf ist etwas zu groß‘, sagt sie und formt in der Luft eine unsichtbare Glocke um ihren eigenen.*

So oder so ähnlich absolvieren Medizinstudierende der Medizinischen Fakultät Essen eine typische U3-Vorsorgeuntersuchung im Rahmen des Simulations-Patienten-Programms (SPP). Denn das Wissen um Krankheiten und ihre Behandlung ist das Eine. Doch wie erklärt man Behandlungsschritte oder überbringt schwerwiegende Diagnosen?

Simulieren für den Ernstfall: Medizinstudierende lernen den angemessenen Umgang mit Patienten

Um Studierenden die Möglichkeit zu geben, sich auch hier weiterzuentwickeln, unterstützt das SPP die Ausbildung der Essener Medizinstudenten in praktischen und kommunikativen Fähigkeiten. Dabei „üben“ die Studierenden mit simulierenden Schauspielerinnen und Schauspielern in einem geschützten Rahmen und erhalten strukturierte Rückmeldungen. Simulationspatienten stellen so authentisch wie möglich Krankheiten nach und die Studierenden entscheiden anhand der Laborwerte und Röntgenbilder, wie bzw. mit welcher Behandlung sie den Patienten helfen können. Nach intensivem Training ärztlicher Untersuchungstechniken erhalten die Studierenden so die nötige Sicherheit für den Ernstfall. Ziel des SPP ist daher der sukzessive Kompetenzzuwachs in ärztlicher Kommunikation und praktischem Handeln der Medizinstudierenden während ihrer klinischen Ausbildung.

Simulations-Patienten-Programm an der Uni Duisburg-Essen ist NRW-Kompetenzzentrum

Das Simulations-Patienten-Programm (SPP) wurde 2010 als innovatives Programm für Studierende der Medizinischen Fakultät ins Leben gerufen und wird seitdem durch ein engagiertes Team aus zwei Teilzeitkräften und vier studentischen Hilfskräften betreut. Die Schulung der Simulationspatienten wird durch eine Kooperation mit der Schauspiel-Fakultät der Folkwang-Universität der Künste (Essen) umgesetzt. Hierbei werden Schauspielstudierende oder begabte Laien, die vorher einen Bewerbungsprozess durchlaufen mussten, geschult. Aber auch Schauspielabsolventen kommen zum Einsatz. Die Simulationspatienten werden sowohl bei den OSCE-Prüfungen als auch der Sommerakademie Notfallmedizin sowie nach Bedarf im Lehrbetrieb eingesetzt.

Stiftung Universitätsmedizin finanziert SPP mit rund 10.000 EUR jährlich

Darüber hinaus konnte das SPP die Ausschreibung zum NRW-Kompetenzzentrum für sich entscheiden und ist seit 2012 für die landesweite Koordinierung von Simulationspatienteneinsätzen an allen medizinischen Fakultäten in NRW verantwortlich. Diese Aufgabe umfasst unter anderem auch den Aufbau einer NRW-weiten Datenbank für Simulationspatienten und die Erstellung eines einheitlichen Lehrplans mit verbindlichen Standards für den Einsatz von Simulationspatienten. 

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*Zitat aus dem CAMPUS:RePORT 01|13 (S. 06-09 / „Wenn Patienten eine Rolle spielen“) der Universität Duisburg-Essen.

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