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Stimmung und Gefühle ausdrücken: Musiktherapie in der Kinderklinik

Das Angebot der Musiktherapie in der Kinderklinik bietet kleinen Patienten eine individuelle Ausdrucksmöglichkeit und eine willkommene und wichtige Abwechslung vom oftmals eintönigen Klinikalltag. Durch die Musik können sie sich hörbar machen und auch ohne Worte ihre Stimmungen und Gefühle mitteilen.

Die Musiktherapie verfolgt einen multisensorischen Ansatz, also das Erleben von Musik über viele Sinneskanäle, um die Aktivität der kleinen Patienten zu fördern. Wichtige Ziele sind dabei die Stärkung des Selbstwertgefühls ebenso wie die Förderung der musikalischen, motorischen und sprachlich-stimmlichen Fähigkeiten.

Neues Selbstbewusstsein durch die Macht der Musik

„Möchtest du das Keyboard ausprobieren?“ – „Ja!“ Mit leuchtenden Augen greift Alicia nach den Tasten des Instrumentes und lässt Töne erklingen. Dabei lächelt sie und wippt im Rhythmus hin und her. Alicia kann es kaum erwarten, dass die Musiktherapeutin Dr. Susann Kobus zu ihrem wöchentlichen Besuch in der Kinderklinik des Universitätsklinikums Essen vorbeischaut. Als nächstes werden die Percussions ausprobiert.

„Die Musik hat Alicia geholfen, aktiv zu werden und Selbstbewusstsein zu entwickeln“, berichtet die Musiktherapeutin. „Bei meinen ersten Besuchen hat Alicia der Musik nur zugehört. Mittlerweile traut sie sich, selbst zu den Instrumenten zu greifen und Dinge auszuprobieren.“

Kranken Kindern Lebensfreude schenken

Dies ist keine Selbstverständlichkeit. „Die Diagnose bekamen wir, als Alicia gerade sieben Wochen alt war“, erinnert sich ihre Mutter. Alicia leidet an einem Verschluss der Gallenwege. Dadurch kann die Gallenflüssigkeit nicht richtig abfließen. Schädliche Stoffe verbleiben im Körper und die Leber wird dauerhaft geschädigt. Eine erfolgreich durchgeführte Operation half Alicia in den ersten Lebensjahren, doch aufgrund einer Leberzirrhose musste die Dreijährige vor einigen Wochen wieder ins Krankenhaus. Und erhielt ein großes Geschenk: Alicia wurde erfolgreich eine Leber transplantiert. „Wir sind stolz, wie tapfer Alicia ist“, berichtet ihre Mutter weiter. „Und sie genießt die Musik!“

Individueller Ausdruck durch die multisensorische Musiktherapie

Umso wichtiger ist das Angebot der Musiktherapie an der Essener Kinderklinik. Dr. Susann Kobus ist ausgebildete Musiktherapeutin und besucht regelmäßig die Stationen in der Kinderklinik, um den schwerstkranken Kindern etwas vorzuspielen oder um gemeinsam zu musizieren und zu singen. „Durch die Musik können sich die Kinder hörbar machen und ihre Stimmungen und Gefühle mitteilen“, so die Musiktherapeutin. Eine wichtige Abwechslung im oft eintönigen und fremdbestimmten Klinikalltag. Ob in der Einzeltherapie oder in der Gruppe – jede Therapiestunde wird auf die individuellen Bedürfnisse der kleinen Patienten abgestimmt.

Zum Abschied winkt Alicia, wenn sich die Musiktherapeutin mit Keyboard, Gitarre, Schellen, Rasseln und Klangstäben auf den Weg zu ihrem nächsten kleinen Patienten macht. „Schwerstkranken Kindern wie Alicia ein Lächeln auf das Gesicht zu zaubern, ihnen ein positives Erlebnis zu schaffen und sie zu stärken – das bewirkt die Musiktherapie“, so Dr. Susann Kobus.

Musiktherapie auf der Frühgeborenenstation

Auf Neugeborene wirken viele neue Eindrücke ein: Licht, Geräusche, Gerüche. Frühgeborenen fehlt es an der Geborgenheit und den Rhythmus spendenden Hörerfahrungen aus dem Mutterleib, also Herzschlag und Stimme der Mutter. Individuell angepasste Musiktherapiesitzungen von jeweils rund 20 Minuten können sie beim Start ins Leben unterstützen: Sie werden wacher und reagieren sichtbar und in unterschiedlicher Weise auf das Kontaktangebot. Sie bekommen Halt und Rhythmus, um sich zu orientieren. Die Atmung kann beruhigt und stabilisiert werde, sie können sich entspannen. Die Therapieeinheiten haben positive Wirkung auf die Sauerstoffsättigung, die Herzfrequenz und das Aufmerksamkeitspotential. Eltern berichten daher oft, dass ein musiktherapeutisches Angebot während des Klinikaufenthalts das Kind positiv unterstützen konnte. Eltern und Geschwister sind bei der Therapie herzlich eingeladen, mitzuwirken und als Beobachter dabei zu sein.

Die Musiktherapie gibt den kleinen Patienten eine Stimme und hilft ihnen, sich ohne Worte auszudrücken. Sie ist ein wichtiges Angebot am Universitätsklinikum Essen, das jedoch über die medizinische Grundversorgung hinausgeht und nur dank Spenden möglich ist. Damit dieses und andere Projekte realisiert werden können, brauchen wir Ihre Unterstützung!

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