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Schmerztherapie
Für ein Leben ohne Schmerzen
Wenn Schmerzen das Leben bestimmen
Mario Kallfelz hat eine Odyssee hinter sich. Fünf Jahre lang litt der heute 75-Jährige an starken Rückenschmerzen, die seinen gesamten Alltag beeinflussten. „Ich konnte mir keine Socken mehr alleine anziehen, geschweige denn eine Wasserkiste heben. Ich konnte meinen Enkel nicht auf den Arm nehmen. Sitzen ging nicht mehr, Stehen nur bedingt. Auch Einkaufen war nur unter starken Schmerzen möglich“, erinnert sich der gelernte Schreinermeister. „Die Angst vor den Schmerzen hat mich gelähmt.“ Mario Kallfelz suchte alle Orthopäden in seinem Wohnumfeld auf. 12 Spritzen unter dem CT, Akupunktur, Krankengymnastik und Massagen – nichts half langfristig. Bevor der Rentner den Weg in die Schmerzambulanz der Klinik für Neurologie an der Universitätsmedizin Essen fand, ging er am Gehstock und trug eine Orthese, eine orthopädische Prothese, die den Rücken stabilisieren sollte. Anfallartige Schmerzen in Kombination mit einem Dauerschmerz begleiteten ihn jeden Tag.
Nicht immer ist eine OP der richtige Weg
„Viele Rückenschmerzen sind muskulär bedingt und verschwinden mit oder ohne Therapie häufig nach einigen Tagen bis Wochen“, erläutert Dr. Daniel Müller, Oberarzt in der Essener Klinik für Neurologie. „Bei Mario Kallfelz lag der Fall anders. Der Schmerz hatte sich chronifiziert und der Patient hatte ein Schon- und Vermeidungsverhalten entwickelt, nachdem jede Bewegung schmerzhaft war. Leider ist dies genau der falsche Weg“, so Dr. Müller weiter. „Eine schrittweise vorgenommene Steigerung der Belastung unter professioneller Anleitung ist ein wichtiger Teil unserer Schmerztherapie.“ Bevor die Therapie begann, wurden die ambulanten Untersuchungsergebnisse besprochen. In einem Bildgebungsverfahren konnten eine Facettenarthrose und eine Vorwölbung der Bandscheiben bei Mario Kallfelz festgestellt werden. „Häufig werden diese überbewertet“, erläutert Dr. Müller. „Operative Maßnahmen haben sicher ihre Berechtigung, für viele Patienten sind sie jedoch nicht der richtige Weg.“ Die Patienten werden ebenfalls oft zu Inaktivität ermutigt, dadurch werden die Muskeln schwach und verkürzen sich. So auch bei Mario Kallfelz. Da die Lebensqualität bei Mario Kallfelz durch die Schmerzen stark eingeschränkt war, wurde er stationär aufgenommen, um eine dreiwöchige Schmerztherapie zu absolvieren.


Forschung zeigt: Ganzheitliche Therapie erfolgreich
„Zunächst war ich skeptisch, ob die Kombination aus Physiotherapie und Edukation hilft“, erinnert sich der 75-Jährige. „Doch nach einer Woche hat es ‚Klick‘ gemacht. Mir wurde gezeigt, wie ich meinen Schmerzattacken erfolgreich begegnen kann. Durch die Begleitung von Schmerzpsychologen konnte ich zudem meine Angst, mich zu bewegen, überwinden. Erst habe ich die Orthese weggelassen, dann den Gehstock.“ Die interdisziplinäre multimodale Schmerztherapie an der Universitätsmedizin Essen behandelt ihre Patienten auf vielen Ebenen gleichzeitig. Dafür steht den Betroffenen ein interdisziplinäres Team zur Seite. Die strukturierte Therapie aus neurologischer Behandlung, Physio- und Psychotherapie wird durch wissenschaftliche Untersuchungen validiert. Diese Forschungsergebnisse sind essentiell wichtig, um die Therapieangebote stetig weiterzuentwickeln und den Patienten eine ganzheitliche Behandlung anzubieten, die auf ihre individuellen Bedarfe angepasst ist.
Wie neu geboren
Neben dem Einbezug neuester Forschungsergebnisse, spielt auch die Einstellung der Patienten eine wichtige Rolle. „Der Erfolg der Therapie hängt natürlich von vielen Faktoren ab“, erläutert Prof. Dr. Ulrike Bingel, Leiterin der Schmerzmedizin an der Klinik für Neurologie der Universitätsmedizin Essen „Ganz wichtig ist auch die Motivation des Patienten.“ „Ich war nach den ersten Erfolgserlebnissen sogar so motiviert, dass ich am Wochenende in der Klinik selbst in den Gymnastikraum gegangen bin, um zu trainieren“, erzählt Mario Kallfelz stolz. „Auch nach Abschluss der stationären Therapie muss man dran bleiben und seinen inneren Schweinehund überwinden. Ich laufe, fahre Rad, schwimme und gehe regelmäßig zur Wassergymnastik.“ „Uns behandelnden Ärzten ist es sehr wichtig, dass wir die Patienten in die Selbstständigkeit entlassen“, so Dr. Müller. „Wir überlegen daher immer, wie der Patient die Maßnahmen später auch in seinen Alltag integrieren kann.“ „Ich bin durch den anhaltenden Erfolg der Therapie überwältigt. Auch meine Familie konnte es nicht glauben. Seither habe ich keine Schmerzen mehr. Ich kann mein Leben wieder genießen“, freut sich Mario Kallfelz.

Jede Spende hilft!
Viele Menschen leiden an starken Schmerzen – Erwachsene und Kinder. Damit es gelingen kann, diesen Patienten ein Leben ohne Schmerzen zu ermöglichen, bedarf es intensiver Forschung. Öffentliche Gelder reichen jedoch nicht aus, um innovative Forschungsprojekte zu finanzieren, die die Patientenversorgung von morgen weiter verbessern können. Daher sind diese Projekte ganz besonders auf Unterstützung angewiesen. Mit Ihrer Spende – ob groß oder klein – können Sie helfen, Betroffenen heute und in Zukunft neue Lebensqualität zu schenken. Vielen Dank!