Demenz

Warum frühe Hilfe bei Demenz so wichtig ist

„Ich hatte ständig dieses Wolkengefühl im Kopf“, berichtet Birgit Hallenberger. Oft beginnt Demenz unauffällig. Gedanken wirken langsamer, Namen fehlen plötzlich, Gewohntes fühlt sich fremd an. Viele Betroffene schieben diese Veränderungen zunächst auf Stress oder Erschöpfung.

 

Auch bei Birgit Hallenberger war es zu Beginn nur ein diffuses Gefühl: „Mein Mann und ich waren im Frühjahr 2023 an Corona erkrankt. Zunächst haben wir gedacht, es sind bei mir vielleicht Folgen der Infektion.“

 

Die frühen Anzeichen zu erkennen, ist nicht einfach. Alzheimer, die häufigste Form der Demenz, entwickelt sich schleichend. Gerade in dieser frühen Phase ist es entscheidend, aufmerksam zu sein und Veränderungen ernst zu nehmen. Denn: Was früh erkannt wird, kann besser behandelt werden.

Die Zeit ist entscheidend

„Je früher wir die Erkrankung erkennen, desto besser können wir sie beeinflussen“, erläutert Dr. Iris Trender-Gerhard, Oberärztin in der Klinik für Neurologie an der Universitätsmedizin Essen und Leiterin des Zentrums für Gehirngesundheit & Prävention.

 

Heute gibt es neue medizinische Ansätze, die Hoffnung machen: sogenannte Antikörpertherapien. Sie setzen direkt an einem der Auslöser der Alzheimer-Erkrankung an. Im Gehirn lagern sich bei Alzheimer bestimmte Eiweiße ab – sogenannte Amyloid-Plaques. Diese stören die Kommunikation zwischen Nervenzellen. Die Therapie unterstützt das Immunsystem dabei, diese Ablagerungen abzubauen.

 

„Wir können die Krankheit nicht stoppen, aber wir können sie verlangsamen – um etwa 30 Prozent“, so Dr. Trender-Gerhard. Das bedeutet: Betroffene können länger selbstständig bleiben, länger ihren Alltag gestalten und ihre Lebensqualität erhalten.

 

Doch diese Therapie wirkt nur in einem engen Zeitfenster – in der Frühphase der Erkrankung. „In diesem frühen Stadium denkt man nicht an Alzheimer“, berichtet Ehemann Jörg Hallenberger. Genau deshalb sind Aufklärung und Prävention so wichtig.

Zwischen Hoffnung und Herausforderung

„Ich habe Wochen, die sind gut. Und Tage, da vergesse ich viel“, beschreibt die 67-Jährige ihren Alltag. Denn der Alltag mit Demenz ist geprägt von Schwankungen. Vieles gelingt noch – manches wird schwieriger. Birgit Hallenberger organisiert weiterhin ihren Alltag selbst.

 

Doch kleine Dinge verändern sich: „Wenn ich ein paar Tage nicht lese oder eine Serie nicht weiterschaue, vergesse ich, worum es ging.“ Ihr Mann erlebt diese Veränderungen hautnah: „Ich erzähle vieles immer wieder von vorne.“

 

Die Therapie bringt Hoffnung – ist aber auch sehr anspruchsvoll. „Das ist alles genau durchdacht – die Infusionen, die Medikamente, die Kontrolluntersuchungen, die Betreuung“, erläutert Dr. Trender-Gerhard. Nebenwirkungen können auftreten und müssen sorgfältig überwacht werden. Deshalb braucht es erfahrene Teams und eine intensive Begleitung.

Gemeinsam den Alltag gestalten

„Unterstützung ist ganz wichtig – für die Betroffenen und ihr Umfeld“, so Dr. Iris Trender-Gerhard weiter. Demenz betrifft nie nur einen Menschen. Partnerinnen, Partner und Familien werden zu wichtigen Begleitern im Alltag.

 

Struktur hilft: Notizen, Routinen und gemeinsame Planung geben Sicherheit. „Ich schreibe mir viel auf, damit ich nichts vergesse“, erzählt Birgit Hallenberger. Gleichzeitig zeigt sich, wie wichtig ein aktives Leben ist: Bewegung, soziale Kontakte und geistige Anregung können helfen, Fähigkeiten länger zu erhalten. „Aktiv zu bleiben – körperlich und geistig – macht einen großen Unterschied“, betont Dr. Trender-Gerhard.

 

Doch solche unterstützenden Angebote sind nicht selbstverständlich. Sie erfordern Zeit, Personal und gezielte Programme.

So können Sie mit Ihrer Spende helfen

„Wir möchten Menschen früher erreichen und besser begleiten – damit sie Reserven für später aufbauen können“, zieht Dr. Iris Trender-Gerhard ein Fazit.

 

Viele wichtige Maßnahmen gehen über die reine medizinische Versorgung hinaus. Dazu gehören Programme zur frühen Erkennung von Demenz, Unterstützung im Alltag für Betroffene, Angebote für Bewegung, Gedächtnistraining und soziale Teilhabe sowie Präventionsprojekte – schon ab dem mittleren Lebensalter.

 

Genau hier setzt die Stiftung Universitätsmedizin an. Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie u.a. Projekte, die Hoffnung geben, Orientierung schaffen und Lebensqualität erhalten. Damit Menschen länger selbstständig bleiben, Familien Unterstützung erfahren und Demenz früher erkannt und besser begleitet wird.

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