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Frauenheilkunde
Wenn das Leben plötzlich innehält
Ein Baby im Bauch und die Diagnose Brustkrebs
Der Knoten, der alles veränderte
„Ich ertastete plötzlich einen Knoten in der linken Brust.“
Alica Ricker, 26 Jahre alt, ist in der 27. Schwangerschaftswoche,
als sich ihr größtes Glück innerhalb von Sekunden in große Angst verwandelt. Sofort holt sich die junge Frau einen Termin in ihrer Frauenarztpraxis. Ein Ultraschall bestätigt den Verdacht, für den nächsten Tag wird eine Biopsie angesetzt. Alica Ricker fährt nach der Biopsie allein nach Hause. Sie erinnert sich: „Es war eine schlimme Nacht voller Ängste und Sorgen.“ Der Gedanke, ob man sein eigenes Kind aufwachsen sehen wird, schwebt im Hintergrund.
Als die Ärztin am Folgetag, gemeinsam mit einer Psychologin, das Behandlungszimmer betritt, reicht ein einziger Blick. Alica weiß: Der Knoten ist ein bösartige Tumor. „Die ganze Situation war unglaublich belastend. Nach der Diagnose kamen mir sofort die Tränen. Alles war wie Nebel in meinem Kopf. Ich habe nicht begriffen, was jetzt passiert. Ich hatte Angst um mein Leben und um das Leben meines Babys“, erzählt die junge Frau.
Ein Zentrum, das Sicherheit schenkt
Am gleichen Tag wird sie in das zertifizierte Brustzentrum der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe der Universitätsmedizin Essen (UME) überwiesen. Ihre beste Freundin fährt sie dorthin. Dort empfängt sie Prof. Dr. Ann-Kathrin Bittner: „Schwangerschaft sollte eine der schönsten Phasen des Lebens sein. Eine Krebsdiagnose macht sie zur schwersten. Darum vereinen wir Geburtshilfe und Onkologie unter einem Dach – damit Mutter und Kind zur selben Zeit geschützt sind.“ Für Alica bedeutet das: ein Team, ein Weg, ein Anruf, wenn die Panik nachts zurückkehrt oder Fragen entstehen. „Die Ärztinnen und Ärzte haben sehr große Rücksicht auf meine Situation genommen. Ich habe mich immer
gut aufgehoben gefühlt“, erzählt sie.
„Dank der Spezialisierung haben schwangere Patientinnen, die an zertifizierten Brustzentren behandelt werden, heute dieselben Überlebenschancen wie nicht schwangere Frauen“, erläutert Prof. Bittner. „Aber dafür braucht es viel Erfahrung von der Diagnose, über die Therapie und Geburt bis hin zur Nachsorge.“
Am Brustzentrum der UME wird viel Wert auf Qualitätssicherung
gelegt. So operieren Ärzte beispielsweise zunächst drei Jahre unter Aufsicht von erfahrenen Kollegen. Analysen im Labor, die feststellen können, ob ein Tumor erblich bedingt ist, also eine Genmutation vorliegt, werden hausintern durchgeführt.

Maßgeschneiderte Therapie, die Mutter und Kind schützt
Zwischen Weihnachten und Neujahr erhält Alica ihren Chemotherapie-Zugang, Port genannt. Bereits im Januar startet die Therapie mit sorgfältig ausgewählten Medikamenten, die ihren kleinen Sohn im Bauch nicht gefährden. Alle zwei Wochen kontrolliert das Ärzte-Team im Brustzentrum sein Herz, seinen Atem, sein Wachstum. Am 1. März, in der 38. Schwangerschaftswoche, wird die Geburt von Finn eingeleitet: ein kerngesunder Junge kommt zur Welt. Zehn Tage später setzt Alica Ricker die Chemotherapie, jetzt ergänzt durch eine Immuntherapie, fort. Der Tumor verkleinert sich sichtbar. Bald wird die operative Tumorentfernung folgen. Die linke Brust bleibt dabei erhalten. Danach erhält die junge Frau noch mindestens eine Bestrahlung und Immuntherapie.
„Wir können die Situation nicht ändern“, sagt Prof. Bittner, „Aber wir können jede Patientin stärken, bis sie in den Spiegel sehen und sagen kann: ‚Ich fühle mich wieder gut. Ja, ich sehe anders aus, aber es ist in Ordnung.‘“
Die seelische Gesundheit nicht vergessen
Die körperlichen Eingriffe sind kalkulierbar – die seelischen Narben weniger. „Ich habe nach der Diagnose fast zwei Monate lang das Bett kaum verlassen. Ich hatte Depressionen und Panikattacken. Die sozialen
Kontakte hat mein Freund aufrecht erhalten“, erzählt Alica Ricker. „Erst kurz vor der Entbindung konnte ich mich auf die Schwangerschaft konzentrieren. Seit der Geburt fühle ich mich langsam wieder besser. Mein kleiner Sohn lenkt mich ab. Aber das Begreifen und Verarbeiten wird erst später kommen.“
Prof. Bittner ergänzt: „Trotz aller Hilfsangebote ist die Situation für die Frauen natürlich sehr belastend. Wir versuchen jedoch immer, das Bestmögliche für unsere Patientinnen zu tun. Die gesamte Therapie wird auf die Schwangerschaft abgestimmt. Das richtige Timing ist entscheidend. Eine Krebsdiagnose während der Schwangerschaft wird von hoher Emotionalität begleitet. Umso wichtiger ist es, den Betroffenen Sicherheit zu vermitteln. Und umso schöner ist es, zu sehen, wenn
die Babys gesund auf die Welt kommen.“

Schenken Sie Sicherheit – noch heute
Jede zehnte Brustkrebspatientin ist heute jünger als 45 Jahre. Da Frauen tendenziell immer später Mütter werden, steigt die Zahl schwangerer Patientinnen. Die gesetzliche Finanzierung deckt den medizinischen Versorgungsbedarf ab, Spenden wie die Ihre können jedoch einen entscheidenden Unterschied bedeuten.
Mit Ihrer Spende ermöglichen Sie zusätzliche Projekte
und Angebote, wie zum Beispiel:
- Therapeutische Angebote, wie zum Beispiel die Musiktherapie, zur psychosozialen Unterstützung
- Innovative Forschungsvorhaben, um Betroffene noch besser therapieren zu können
25, 75 oder 150 Euro – jeder Beitrag zählt!