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Klinikfinanzierung mal anders: Wer spendet für Medizin und warum?

Erste Studie zum Spenderverhalten im deutschen Gesundheitswesen im Bereich der Universitätsmedizin

Berlin, 4.12.2019 – Die Finanzierung des Gesundheitswesens wird kontrovers diskutiert – seit einigen Wochen mehr denn je. Kliniken und Krankenhäuser stehen im Wettbewerb, haben Kostendruck und müssen Fachkräfte gewinnen und binden. Dafür müssen Lösungen her. Was die Findung alternativer Finanzierungswege betrifft, können Spenden eine Menge bewirken und Vorhaben in Bewegung setzen. Sie machen Projekte möglich, die über die medizinische Grundversorgung hinausgehen. Doch wer spendet für Medizin und warum? Dieser Frage geht die neue Studie zum Spenderverhalten nach.

Die Beteiligten stellten die Studie am 4. Dezember in Berlin vor (v.l.): Carina Helfers, Stiftung Universitätsmedizin Essen, Thomas Hassel, Universitätsklinikum Tübingen, Roger Lutz, Heidelberger Stiftung Chirurgie, Jens Bussmann, Verband der Universitätsklinika Deutschlands e.V., Pit Horst, Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Prof. Dr. Karl-Heinz Jöckel, Stiftung Universitätsmedizin Essen, Jorit Ness, Stiftung Universitätsmedizin Essen, Larissa Probst, Deutscher Fundraising Verband, Johannes Bausch, ANT-Informatik Service GmbH, Roland Radtke, Bank für Sozialwirtschaft, Anja Raubinger, Van Acken Fundraising GmbH

Mit dem demografischen Wandel und dem medizinischen Fortschritt gibt es immer mehr Menschen, die sich für Spenden an das Gesundheitswesen öffnen. Die vorliegende Studie beschäftigt sich mit den Motiven, Einstellungen und soziodemografischen Daten dieser Menschen und lässt Aussagen über zukünftige Entwicklungen von Spenden für das Gesundheitswesen auf dem Gebiet der Universitätsmedizin zu.

Acht Universitätsklinik-Standorte nahmen an der Studie teil: Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf, Freunde- und Förderverein des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein, Förderstiftung der Medizinischen Hochschule Hannover MHH, Stiftung Universitätsmedizin Essen, Heidelberger Stiftung Chirurgie, Universitätsklinikum Freiburg, Hilfe für kranke Kinder – Die Stiftung in der Uni-Kinderklinik Tübingen und Stiftung des Klinikums der Universität München. Die Befragung erfolgte auf Basis eines vierseitigen Fragebogens nach zuvor festgelegten Kriterien: Privatpersonen, die in den vergangenen 18 Monaten gespendet haben und mindestens 18 Jahre alt sind. Insgesamt schickten 1.317 Spender den Fragebogen ausgefüllt zurück.

„Eine Studie in dieser Größenordnung ist nicht alleine zu stemmen“, so Prof. Dr. Karl-Heinz Jöckel, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Universitätsmedizin Essen, Studienleiter und Direktor des Instituts für Medizinische Informatik, Biometrie und Epidemiologie der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen, das die Auswertung der Ergebnisse vornahm. „Mit dem Verband der Universitätsklinika Deutschland (VUD), dem Deutschen Fundraising Verband (DFRV) und der Van Acken Fundraising GmbH konnten wir starke Partner gewinnen, die ihre Kontakte und ihre Expertise einbrachten.“

Jens Bussmann, stellvertretender Leiter der VUD Geschäftsstelle, ergänzt: „Wir freuen uns, dass wir die Studie unterstützen konnten. Denn sie zeigt, dass viele Menschen bereit sind, die besonderen Aufgaben der Universitätsmedizin zu unterstützen. Wir sehen dies als Anerkennung der Arbeit, die tagtäglich vor Ort geleistet wird.“

Die Ergebnisse der Studie zeigen: Die Spender sind im Durchschnitt 65,5 Jahre alt und verfügen über ein Haushaltsnettoeinkommen zwischen 1.500 EUR und 2.500 EUR. Ältere Personen spenden häufiger aus Dankbarkeit über eine erhaltene medizinische Behandlung, jüngere hingegen verstärkt aus altruistischen Motiven heraus. Einig sind sich alle in der engen regionalen Verbundenheit zu den Organisationen, die unterstützt werden.

„Diese regionale Konzentration zeigt, dass die Spender Verantwortung für Ihre Heimat und die Menschen in ihrer Region übernehmen möchten“, erläutert Larissa Probst, Geschäftsführerin des DFRV. „In den USA, wo philanthropisches Denken und Handeln aufgrund anders gelagerter finanzieller Rahmenbedingungen auf eine längere Tradition und Verwurzelung in der Gesellschaft zurückblicken kann, spielt dieses Gefühl der Verantwortungsübernahme eine entscheidende Rolle. Das deutsche Fundraising ist also auf einem sehr erfolgsversprechenden Weg, sich weiter zu etablieren.“

Die vollständige Studie erscheint im Januar 2020 im Van Acken Verlag, herausgegeben von der Stiftung Universitätsmedizin Essen. „Neben den Ergebnissen der Untersuchung werden praxisnahe Handlungsempfehlungen beschrieben, die die Einrichtungen im Gesundheitswesen befähigen, ihre Positionierung für das Fundraising zu entwickeln oder neu auszurichten“, fasst Jorit Ness, Geschäftsführer der Stiftung Universitätsmedizin Essen und Koordinator der Studie, zusammen. „Eine informative Lektüre für Entscheidungsträger, Führungskräfte sowie Marketing- und Fundraisingexperten von Gesundheitseinrichtungen.“

Nähere Informationen:

Jorit Ness
Geschäftsführer
Stiftung Universitätsmedizin Essen
Tel.: 0201 / 723-4699

jorit.ness@uk-essen.de

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