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Bewegungstherapie für Palliativpatienten wissenschaftlich begleiten

„Ich war eigentlich immer gesund. Ich habe mich gesund ernährt, Sport gehörte zu meinem täglichen Leben. Doch plötzlich änderte sich alles“, erinnert sich Doris Zachow an den Winter 2017. Die bis dahin aktive Triathletin bemerkte Leistungseinbrüche, die sie sich nicht erklären konnte. Ihre Laufzeiten wurden immer langsamer, die Gehpausen immer länger. Die heute 52-Jährige ging zum Arzt und wurde mit einer sehr stark erhöhten Blutzuckerkonzentration umgehend ins Krankenhaus eingeliefert. Dort erhielt sie eine folgenschwere Diagnose: Bauchspeicheldrüsenkrebs mit Metastasen in der Leber. „Für mich ist in diesem Moment eine Welt zusammengebrochen. Meine Familie musste schon viele Schicksalsschläge wegstecken. Mein Vater und mein Bruder sind beide jeweils kurz vor Weihnachten gestorben. Ich habe gedacht, ich bin die nächste“, erzählt Doris Zachow. Doch die gelernte Krankenschwester kommt ins Universitätsklinikum Essen zu Onkologe Prof. Dr. Jens Siveke und erhält bereits einige Tage später ihre erste Chemotherapie am Westdeutschen Tumorzentrum der Universitätsmedizin Essen (WTZ).

„Ich werde kämpfen!“

Im Universitätsklinikum Essen erfährt sie viel Zuspruch. „Körperlich und psychisch ging es mit mir bergab, doch man hat mir Mut gemacht und Hoffnung gegeben. Die Botschaft war ganz klar: Wir kämpfen gemeinsam“, so Doris Zachow. „Ich habe Prof. Dr. Siveke und seinem Team daher nicht nur medizinisch sehr viel zu verdanken, sondern auch mental. Denn eins ist mir klargeworden: Dies kann nicht alles gewesen sein. Ich werde kämpfen.“ Mit dabei und immer an ihrer Seite: ihre Familie. „Durch die Chemotherapie traten bei mir Gewichtsverlust, Müdigkeit und Schwäche auf. Außerdem leide ich an Sensibilitätsstörungen in Händen und Füßen. Mein Mann hat mich sehr darin unterstützt, langsam wieder mit dem Sport anzufangen und so Schritt für Schritt meine Muskeln an Heimgeräten wieder aufzubauen. Dies war anfangs eine große Hürde und ein schwerer Weg für mich“, berichtet Doris Zachow. Doch sie merkt, dass die Bewegung ihr neue Kraft gibt. Durch die Motivation eines Freundes beginnt sie nach einiger Zeit sogar wieder mit dem Lauftraining.

Bewegungstherapie: Mobilität bedeutet Lebensqualität

„Mein Freund hat mich so genommen, wie ich immer war. Und meinte zu mir: ‚Komm, lass es uns versuchen. Du brauchst Ziele.‘ Und plötzlich habe ich gemerkt: Es geht. Ich kann es schaffen“, erinnert sich Doris Zachow. Die Patienten nach ihren individuellen Bedürfnissen und Möglichkeiten langsam wieder an die Bewegung heranzuführen, ist auch das Konzept hinter der neuen Bewegungstherapie für Palliativpatienten am Universitätsklinikum. „Natürlich hat nicht jeder so ein Vortraining wie Frau Zachow. Oder Familie und Freunde, die immer unterstützend und begleitend dabei sind“, erläutert Priv.- Doz. Dr. Mitra Tewes, Fachärztin und Palliativmedizinerin am WTZ. „Wichtig ist uns vielmehr, die Patienten ganz individuell anzusprechen und für jeden sein eigenes Bewegungskonzept zu erstellen. Wir möchten Mut machen, gemeinsam kleine Etappenziele setzen und unseren Patienten dabei helfen, wieder ein Gefühl für den eigenen Körper zu entwickeln. Dies gibt den Patienten auch neuen Lebensmut. Wir möchten ihnen zeigen, dass Mobilität Lebensqualität bedeuten kann.“

Mit Bewegung auf der Palliativstation zurück ins Leben

„Es gibt einen wissenschaftlich belegten Zusammenhang bei Krebspatienten zwischen dem mit der Behandlung einhergehenden Gewichtsverlust und starken Müdigkeitserscheinungen. Die Betroffenen haben das Gefühl, in ein tiefes Loch zu fallen“, berichtet Priv.-Doz. Dr. Tewes weiter. „Zusammen mit einem Sportwissenschaftler möchten wir speziell für Patienten mit palliativem Krankheitsverlauf gezielte Bewegungsmaßnahmen in den Bereichen Muskelaufbau und Herz-Kreislauf-Training entwickeln. Für die Betroffenen ist es sehr wichtig, dass sie wieder in den Prozess der Aktivität hereinkommen – so wie Frau Zachow.“ „Ich möchte anderen Patienten mit meiner Geschichte Mut machen. Man darf sich trotz Rückschlägen nicht entmutigen lassen. Aktuell komme ich alle zwei Wochen zu einer Erhaltungschemotherapie ins Klinikum. Als ich nach meiner Diagnose im Sommer 2018 das erste Mal wieder bei einem Triathlon an den Start gegangen bin, standen meine Familie und Freunde im Ziel und haben auf mich gewartet. Diesen Moment werde ich niemals vergessen. Ich bin glücklich, dass ich noch lebe“, erzählt Doris Zachow.

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Bewegung hilft Tumorpatienten, belastende Symptome zu lindern und die Lebensqualität zu verbessern. Gerade onkologischen Palliativpatienten fehlt jedoch häufig die Kraft und Motivation, Bewegungsangebote zu nutzen. Die Stiftung Universitätsmedizin fördert deshalb die wissenschaftliche Entwicklung und Begleitung eines speziellen therapeutischen Bewegungskonzeptes für Palliativpatienten. Um Angebote wie dieses, die nur dank Spenden möglich sind, unterstützen zu können, brauchen wir Ihre Hilfe.

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