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11.11.2014
Für den Ernstfall gut vorbereitet - mit dem neuen Notfall-Ausweis
Auch wenn man es im Alltag gerne verdrängt: Ein medizinischer Notfall kann fast immer eintreten. Alleine in Essen rückte im vergangenen Jahr über 55.000 Mal ein Notarzt- oder Rettungswagen aus. Kommt er zum Einsatz, zählt jede Minute –ob im Straßenverkehr, bei der Arbeit oder in der Schule. Können die Verunglückten selbst keine Auskunft über Verletzungen, Vorerkrankungen oder Medikamentenunverträglichkeiten geben und ist kein Notfall-Kontakt bekannt, geht viel wertvolle Zeit verloren. Damit das zukünftig nicht mehr passiert, haben das Essener Gesundheitsamt, die Feuerwehr Essen, die Ärztekammer Nordrhein in Essen, die Kassenärztliche Vereinigung in Essen, das Bündnis„Essen forscht und heilt“, die Medizinische Gesellschaft Essen und die Stiftung Universitätsmedizin Essen einen Notfall-Ausweis entwickelt, der alle wichtigen Informationen im handlichen Taschenformat bünd
„Ein Notfall-Ausweis kann schnell zum Lebensretter werden: Im Ernstfall wissen unsere Notärzte und Rettungskräfte sofort Bescheid, welche Vorerkrankungen, Allergien oder Medikamentenunverträglichkeiten vorliegen und können ohne Zeitverlust eine professionelle Versorgung sicherstellen“, so Ulrich Bogdahn, Leiter der Feuerwehr Essen. „Denn gerade wenn die betroffenen Personen nicht mehr ansprechbar sind, schauen unsere Teams zuerst im Geldbeutel nach hilfreichen Informationen – finden sie hier einen gut ausgefüllten Notfall-Ausweis, spart das wichtige Zeit. Deswegen sollte jeder ein solches Dokument mit sich tragen“,fasst Bogdahn die Vorteile des Notfall-Ausweises zusammen.

Auch Dr. Rainer Kundt, Amtsarzt und Ärztlicher Leiter des Gesundheitsamtes der Stadt Essen, hat die Entwicklung des Notfall-Ausweises gerne unterstützt: „Gemeinsam mit allen Beteiligten haben wir darauf geachtet, dass alle für den Notfall relevanten Informationen erfasst werden. Dazu gehören zum Beispiel auch die Adressen des behandelnden Hausarztes und der zu benachrichtigenden Personen, Informationen zur Blutgruppe und bestehenden Schutzimpfungen oder Angaben zu medikamentösen Langzeitbehandlungen. Füllt man alles gewissenhaft aus, ist man für den Notfall gut gerüstet. Daher wünsche ich mir, dass möglichst viele Mitbürger den Ausweis tragen werden“, erläutert Dr. Rainer Kundt.

Die Voraussetzungen dafür sind gut: „In der ersten Auflage verteilen wir 10.000 kostenlose Exemplare an alle, die interessiert sind“, so Prof. Karl-Heinz Jöckel, Vorsitzender der Stiftung Universitätsmedizin Essen, die die Entwicklung des Essener Notfall-Ausweises federführend koordiniert hat. „Erstmals erhältlich ist der Ausweis auf der Messe `Gesund leben‘, die vom 14.11. bis 16.11.2014 in der Messe Essen stattfindet. Danach kann der Ausweis sowohl an der Pforte des Essener Gesundheitsamtes, der Essener Feuerwehr, des Universitätsklinikums als auch bei der Stiftung Universitätsmedizin unter der Rufnummer 0201/723-4699 oder der E-Mail info@universitaetsmedizin.de bezogen werden“, so Prof. Jöckel weiter.

Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß begrüßt die Initiative der Essener Einrichtungen ausdrücklich: „Es gibt zwar schon einige Notfall-Ausweise, doch ist mir kein Fall bekannt, in dem ein so breites Bündnis seine Fachkompetenz eingebracht und so sichergestellt hat, dass wirklich alle Eventualitäten berücksichtigt sind. Außerdem können alle Essener, die den Notfall-Ausweis tragen, so sicher sein, dass die Einsatzkräfte den Ausweis kennen und im Ernstfall auf ihn zurückgreifen. Ganz besonders freut mich, dass das Dokument auf Anregung unserer Mitbürgerin Elisabeth Schubert sehr schnell umgesetzt wurde und nun einer breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird – hierfür bedanke ich mich ganz herzlich bei allen Beteiligten“, so Paß anlässlich der Veröffentlichung des neuen Notfall-Ausweises.

Auch Prof. Thomas Budde, Vorsitzender der Medizinischen Gesellschaft Essen, sieht viel Potential für das Dokument: „Junge Menschen verunglücken besonders häufig im Straßenverkehr. Zwischen 30 und 50 ist man eher beim Sport oder in der Freizeit gefährdet. Und ältere Menschen erleiden vergleichsweise oft Herzinfarkte und sind Schlaganfall-gefährdet. In allen Fällen gibt es ein hohes Risiko, nicht mehr ansprechbar zu sein. Daher sollte jeder einen Notfall-Ausweis bei sich tragen“.

Die Arbeitsgemeinschaft „Essen forscht und heilt“, vertreten durch den Geschäftsführer Winfried Book, sagt: „Der Notfall-Ausweis verbindet die wichtigsten Institutionen im Gesundheitswesen hier in der Region. Daher würden wir uns freuen, wenn sich das bestehende Netzwerk erweitert und alle Krankenhäuser, die Notaufnahmen haben, sich beteiligen. Auch Dr. Michael Hill, Kassenärztlichen Vereinigung, Kreisstelle Essen, gehört zu den ersten Trägern und wird den Ausweis auch mit in den Urlaub nehmen:„Alle Informationen sind mit einer englischen Übersetzung hinterlegt – das kann im Notfall, aber auch bei einer normalen Erkrankung im Ausland vieles vereinfachen“.

Der Vorsitzende der Ärztekammer Nordrhein, Kreisstelle Essen, Dr. Ludger Wollring, ist überzeugt: „Durch den Ausweis können Patienten, die nicht mehr ansprechbar sind, noch rechtzeitiger geholfen werden. Daher empfehlen wir jedem, diesen Ausweis ausgefüllt mit sich zu führen. Er kann unter Umständen das Schlimmste verhindern.“

Der neue Notfall-Ausweis wurde auf Initiative der Essenerin Elisabeth Schubert entwickelt. Die 88-Jährige ist sehr dankbar, dass sich ein solch breites Bündnis verschiedener lokal und regional tätiger Organisationen zusammengeschlossen hat. „Ich freue mich, dass ich damit auch jüngeren Generationen helfen konnte. Denn der Ausweis ist nicht nur für die Alten –schließlich kommen Notfalleinsätze leider auch bei jungen Menschen vor.“ Auch Emily Kundt (19 Jahre) und Mark Dragunski (43 Jahre, ehem. Handball-Meister vom TUSEM) stellen repräsentativ den Notfall-Ausweis für ihre Generation vor.
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