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07.10.2013
200.000 Euro für medizinische Versorgung: Erster Medizinpreis in Essen verliehen!
Am vergangenen Samstag wurde zum ersten Mal der bundesweit einzigartige Medizinpreis der Stiftung Universitätsmedizin in der Philharmonie Essen verliehen. Neun Projekte wurden mit insgesamt 200.000 Euro in den Kategorien Forschung, Krankenversorgung und Lehre ausgezeichnet.
„Mit dem landesweit einzigartigen Medizinpreis möchte die Stiftung Universitätsmedizin dazu beitragen, für die Metropole Ruhr und darüber hinaus Krankenversorgung, Forschung und Lehre auf höchstem Niveau zu fördern und weiterzuentwickeln. Die mit dem Medizinpreis ausgezeichneten Projekte leisten einen wichtigen Beitrag für diese Zielsetzungen der Medizinischen Fakultät und des Universitätsklinikums Essen“, erklärte Prof. Dr. Karl-Heinz Jöckel, Vorstandsvorsitzender der Stiftung Universitätsmedizin Essen, während der Preisverleihung. Schirmherrin des Medizinpreises ist NRW-Wissenschaftsministerin Svenja Schulze.

Insgesamt neun Preisträger, die im Vorfeld der Veranstaltung in einem mehrstufigen Auswahlverfahren von Fachjurys gewählt wurden, erhielten den Medizinpreis 2013.
In der Kategorie Forschung wurden fünf wissenschaftliche Projekte ausgezeichnet und erhalten eine Anschubfinanzierung von jeweils 20.000 Euro:

·     PD Dr. Zoltan Mathé, Klinik für Allgemein-, Viszeral und Transplantationschirurgie, befasst sich mit einem innovativen Konservierungskonzept zur Verbesserung von Spenderlebern bei Organtransplantationen. Dank dieser neuartigen Konservierungsmethode sollen auch Lebern für Transplantationen herangezogen werden können, die akute Vorschäden aufweisen. Dadurch wird das Angebot an Spenderorganen erhöht und Menschen geholfen werden, die auf eine lebensrettende Transplantation warten.

·     Die Schmerzlinderung bei Patienten nach einer Operation steht im Mittelpunkt des Projekts von Dr. Sven Benson, Institut für Medizinische Psychologie und Verhaltensimmunbiologie, PD Dr. Ulrich Frey, Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin, sowie Dr. Oliver Hoffmann, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe. Im Rahmen einer Studie mit Patientinnen, die an Brustkrebs erkrankt sind, wird untersucht, ob intensivere Arzt-Patienten-Gespräche vor einer Operation in Verbindung mit alternativen Behandlungsmethoden wie Akupunktur zu einer besseren Schmerzlinderung nach einer Operation führen können.

·     Dr. Joachim R. Göthert, Klinik für Hämatologie, befasst sich mit der Erforschung von Blutstammzellen. Mit Hilfe neuartiger Analysemethoden sollen die lebenswichtigen Blutstammzellen, aus denen alle Zellen des Blutes und der Immunabwehr des menschlichen Organismus hervorgehen, einfacher identifiziert und ihr Verhalten genauer verstanden werden. Neue therapeutische Ansätze zur Behandlung von Leukämien, dem sogenannten Blutkrebs, könnten das Ergebnis dieser Untersuchungen sein.

·     Mit einer optimierten Herzvermessungstechnik möchte Dr. Felix Nensa, Institut für diagnostische und interventionelle Radiologie und Neuroradiologie, zu einer besseren Genesung von Herzinfarktpatienten beitragen. Dabei wird mit Hilfe von medizinischen Bildgebungsgeräten (PET/MRT) untersucht, welche Herzmuskelgewebe nach einem Infarkt unwiderruflich geschädigt und welche heilbar sind, um die anschließende Behandlung der Patienten optimal auszurichten.

·     Dr. Denise Zwanziger, Klinik für Endokrinologie und Stoffwechselerkrankungen, untersucht einen speziellen Schilddrüsenhormontransporter (MCT8). Die Schilddrüsenhormone sind im menschlichen Organismus sehr wichtig, da sie sowohl für die Entwicklung und das Wachstum als auch einen geregelten Energiehaushalt verantwortlich sind. Durch die Untersuchung des MCT8 möchte Dr. Denise Zwanziger neue Erkenntnisse zu Zuständen, welche die Wirkung von Schilddrüsenhormonen beeinträchtigen können, wie ein hohes Lebensalter oder Schilddrüsenfehlfunktionen gewinnen.

Im Bereich Lehre wurde ein Seminar für Studierende der Medizin ausgezeichnet:

·     Preisträger ist das Seminar „Praktikum Rechtsmedizin“ von Prof. Dr. Thomas Bajanowski und den Mitarbeitern/innen des Instituts für Rechtsmedizin. Mit dem Preisgeld werden im Rahmen dieses Preisträgerprojektes die virtuelle Leichenschau wissenschaftlich evaluiert und optimiert, ein Trainingsprogramm zur Kommunikation mit Gewaltopfern entwickelt und eingeführt, ein Lehr- und Demonstrationsvideo erstellt und darüber hinaus Seminarinhalte über eine Online-Plattform den Studierenden der Medizinischen Fakultät Essen zur Verfügung gestellt.

Mit jeweils 20.000 € wurden in der Kategorie Krankenversorgung, die sich in die Bereiche nicht-ärztliche und ärztliche Krankenversorgung sowie Teamarbeit untergliedert, drei Projekte bedacht:

·     In der nicht-ärztlichen Krankenversorgung wurde Margarete Reimann, Kinderkrankenschwester in der Klinik für Kinderheilkunde I, stellvertretend für das gesamte Team der „Elternberatung Frühstart / Bunter Kreis“ geehrt. Ziel des Projekts ist es, Eltern von Frühgeborenen und kranken Neugeborenen zu informieren, anzuleiten und zu beraten. Die sozialmedizinische Nachsorge von Familien mit Frühgeborenen im häuslichen Umfeld rundet das seit Jahren mit großem Erfolg eingesetzte Angebot ab.

·     Im Bereich der ärztlichen Patientenersorgung stellt das Projekt des Simulations-Patienten-Programms der Medizinischen Fakultät  zur "empathischen Arzt-Patienten-Kommunikation" eine wichtige Säule in der Ausbildung dar. Unter der ärztlichen Leitung von Stefanie Merse und ihrem Team werden die Medizinstudierenden an Simulationspatienten, welche überwiegend angehenden Schauspielern der Essener Folkwang Universität der Künste sind, und die junge Ärzte des Universitätsklinikums durch gezielte Feedbacktrainings auf angemessene und einfühlsame Gesprächsführung im Umgang mit ihren Patienten vorbereitet.

·     Im Bereich Teamarbeit Krankenversorgung konnte sich Sandra Hoffarth, Innere Klinik (Tumorforschung), stellvertretend für ihre Teammitglieder über die Auszeichnung für das Projekt „Berufsgruppenübergreifender Qualitätszirkel“ freuen. Die Preisträger möchten im Rahmen ihres Projekts Arbeitsabläufe optimieren und die Patientenzufriedenheit verbessern. Dies soll durch die Einführung von Tablet-PCs, an denen Patientinnen und Patienten z.B. Fragebögen selbstständig ausfüllen können, gewährleistet werden, da so Druckkosten reduziert und  das Klinikpersonal  von Verwaltungsaufgaben entlastet werden können.

Mehr als 400 geladene Gäste verfolgten die Preisverleihung und informierten sich anhand von Kurzfilmen sowie Impulsvorträgen über die ausgezeichneten Projekte sowie über die jüngsten Erfolge in der medizinischen Wissenschaft am Universitätsklinikum Essen.

Über die Vorstellung und Ehrung der Preisträger und die Siegerprojekte hinaus gab es auch eine Podiumsdiskussion zum Thema „Visionen und Meilensteine des medizinischen Fortschritts“ unter Beteiligung von Staatssekretär Helmut Dockter, NRW-Ministerium für Innovation, Wissenschaft und Forschung) Prof. Dr. Ulrich Radtke, Rektor der Universität Duisburg-Essen, Prof. Dr. mult. Eckhard Nagel, Ärztlicher Direktor Universitätsklinikum Essen, Prof. Dr. Karl-Heinz Jöckel, Vorstandsvorsitzender Stiftung Universitätsmedizin Essen und Essens Oberbürgermeister, Reinhard Paß.
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