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"Via Internet" für schwerstkranke Kinder vom Krankenbett nach Hause – ein Fenster zur Welt für krebskranke Kinder
Wenn ein Kind an Krebs erkrankt, ist für den kleinen Patienten und seine Familie Zusammenhalt und gemeinsam erlebte Freude das Wichtigste, um ein wenig von der Krankheit abzulenken, vor allem während der seelisch und körperlich sehr anstrengenden Krankenhausaufenthalte. Doch gerade in der schwersten Zeit, wenn Ärzte zum allerletzten Mittel – einer Knochenmarktransplantation (KMT) – greifen müssen, ist die Nähe zur Familie in vielen Fällen so gut wie unmöglich. 

Im Universitätsklinikum Essen, dem größten KMT-Zentrum Europas, erhalten pro Jahr etwa 160 Erwachsene und 20 bis 25 Kinder eine Knochenmarktransplantation. Nur wenige spezialisierte Kinderkrebszentren können diese Behandlung anbieten; deshalb kommen zahlreiche kleine Patienten aus ganz Deutschland nach Essen.

Neben der Angst vor der ungewissen Zukunft ist die durch die Behandlung erforderliche Isolation über mehrere Monate für die betroffenen Kinder ein einschneidendes Ereignis in ihrem jungen Leben. Bei aller Liebe ist es nicht immer möglich, dass Eltern bei ihrem totkranken Kind bleiben können; vielen fehlt einfach das Geld, und wer kann es sich schon leisten, seinen Job am anderen Ende Deutschlands einfach vorübergehend aufzugeben?
Bei aller Liebe ist es nicht immer möglich, dass Eltern bei ihrem todkranken Kind bleiben können
Selbst wenn die Eltern da sind bleiben Besuche von Freunden und Schulkameraden ein Problem, da die Kinder für zwei bis drei Monate auf der Isolierstation verweilen müssen. Jeder eingeschleppte Keim könnte ihren Tod bedeuten. Gerade in dieser schwierigen Zeit ist die Nähe zu Familie und Freunden, aber auch der Kontakt zur Schule und den Mitschülern ein wesentlicher Faktor, um die körperlich und seelisch sehr anstrengenden Krankenhausaufenthalte zu überstehen. Weil Nähe und Freude für jedes Kind lebenswichtig sind, wurde ein Weg gefunden, der beides möglich macht.
Jeder eingeschleppte Keim könnte den Tod des krebskranken Kindes bedeuten
Einen Weg aus der Isolation bietet der Einsatz moderner Kommunikationstechnologien: Mit finanzieller Unterstützung der Stiftung Universitätsmedizin - und in Kooperation mit Fachleuten - konnte ein geschütztes und internetbasiertes Computersystem entwickelt werden, das mittlerweile auf den fünf Isolierzimmern der KMT-Station der Uniklinik Essen zum Einsatz kommt. Von außen betrachtet sind es nur ein paar Rechner, doch für die kranken Kinder sind sie ein Fenster zur Welt. Auch der Heimatschule eines kleinen Patienten wird ein spezieller PC zur Verfügung gestellt. So können kranke Kinder ab sechs Jahren vom Isolationszimmer aus die Kamera am Schul-PC steuern, an die Tafel zoomen, im Klassenzimmer umherschwenken oder in die Klasse sprechen. Auch für Lehrer und Mitschüler stehen drahtlose Mikrofone zur Kommunikation bereit. Oft wird der Spezial-PC auch zu Hause oder bei Freunden von kleinen Patienten eingesetzt. Die kranken Kinder können so mit ihren Eltern, Freunden, aber auch mit ihren Klassenkameraden oder anderen Patienten auf der Station in Kontakt bleiben. Die Spezialcomputer bieten außerdem eine Bibliothek und Videothek sowie pädagogisch wertvolle Lern- und Bewegungsspiele für die krebskranken Kinder.
Dank des Projekts "Via Internet" wächst der Lebenswille der kleinen Patienten
Im Verlauf des Projektes zeigt sich immer wieder, dass die Kinder die Möglichkeit, ihren Eltern, Geschwistern und Freunden so nahe zu sein, als unglaublich aufmunternd und tröstend erleben. Ärzte und Pflegekräfte stellen fest: Der Lebenswille der Kinder wächst durch die Unterstützung und die Anteilnahme ihres sozialen Umfeldes. „Wer einmal erlebt hat, wie berührend ein Geburtstagslied, gesungen von 20 kleinen Stimmchen via Internet, für ein schwerkrankes Kind in unserer KMT-Station sein kann, der wird jedem kranken Kind im Klinikum so viel bewegende Freude wünschen“, erklärt Dr. Oliver Basu, Oberarzt in der Kinderklinik.

Die Stiftung Universitätsmedizin möchte deshalb dieses Projekt ausbauen und zum Beispiel für die kranken Kinder in den Isolierzimmern die „sterile Bibliothek“ mit elektronischen Büchern erweitern. Unser großes Ziel: Weil die schwerkranken Kinder bei ihrer Genesung von ihrer Welt abgeschirmt werden müssen, wollen wir die Welt voller Leben und Lachen zu ihnen ins Krankenzimmer bringen.

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